kostenlose Noten

Symposium: Kostenlose Noten im Internet?

Musikakademie Alteglofsheim, 17.03.2014. 063„Ich hätt‘ so gern ein MusikWiki“ mit diesem Satz macht als Keynote – Speaker (mein Wortschatz hat sich erweitert!) der visionäre Philosoph und Mathematiker   Gunter Dueck   launig Lust auf Neues. In einem Musikwiki (wie süß der Vorschlag: „WikiLala“) fände man Musikwerke in Noten, evtl. in Midi, evtl. auch bearbeitbar, evtl. samt Info über Stück und Urheber, in  jedem Fall mit geklärter Rechtssituation. Zum Downloaden. Gratis oder bezahlt. Für viele – gerade für den Musikunterricht – das Paradies. Für alle?
Mit nur gut 20 Teilnehmern bei diesem brennend aktuellen Thema  nur erstaunlich handverlesen besucht.  Dafür aber sehr interessante Noten – „User“ : Musikverbandsfunktionäre, Musiker in Band oder Orchester, 1 Chorleiter, 2 Musikschulleiter/innen,  Vertreter von Notensoftware, IT-Spezialisten.

Engagierte Referenten jeweils von Wikipedia, Wikimedia, Hallo Welt! – Publishing, Creativ Commons, epubli, mit Donikkl auch ein erfolgreicher Liedermacher (Fliegerlied),  Medienanwalt Dr. Kuntze. Leider hatten VG Musikedition und GEMA die Einladung nicht angenommen.

066In vorsichtigen Dialogen werden Wünsche geäußert (schnell verfügbare Noten, Rechtssicherheit), Befürchtungen formuliert (Tod der Papiernoten? Zu wenig Gewicht auf Person des Urhebers?) und Lösungen gesucht (Revolution? Gesellschaftlicher Wandel?). Medienanwalt Dr. Kuntze betont nochmal, dass selbst das Kopieren der Blätterseite nach wie vor eine unerlaubte Vervielfältigung ist, dass hinzugefügte Überleitungen eine genehmigungspflichtige Bearbeitung darstellen und die Rechtslage bei Downloads für Nichtjuristen ein Mysterium bleibt.

Anja Ebersbach, Wikimedia Deutschland führt uns in Status und Alltag ihrer Arbeit ein: Web Scores, Technologische Trends, neue Standards und Perspektiven.
067Frank Stoffel, Musiker und überzeugter User von  CC-Lizenzen warnt auch andererseits vor deren Grenzen und Nebenwirkungen. Er erklärt, dass (Urheber-)Recht  etwas ist, für das man entweder bereit ist, in jedem Land der Welt bis in die letzte Instanz  zu kämpfen (Kosten!) – oder es lieber gleich freigibt (CC0, oder mit Namnesnennung CCBY).
Dr. Neuschäfer stellt vor, wie einfach jeder heute bereits sein Buch mit epubli veröffentlichen kann. Mit Philomelos könnte man – wie wir sahen –  alle Noteneingabeformate auf wikitaugliches LiliPond transformieren
Ich war begeistert von der entspannten, sachlichen Stimmung während des ganzen Tages. Die gemeinsame Arbeit soll fortgesetzt werden – es fehlen nun: breite Unterstützung, unbezahlte Mitarbeit vieler Musiker, Notenschreiber und Softwareleute – und Sponsoren.                       Text & Fotos:  Anne Pape

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