Harmonische Blockflöte

ELODY "Firebird" Pape Test

DIE ELODY IM STUDIOTEST

Mit Block  u n d   Stecker in die Zukunft?

Wer zuerst unsere fünf kurzen Studio – Experimente hören möchte, bitte  hier klicken!

Spannendes Teil! Für einige Wochen beherberge ich zwecks Test eine  Elody der Fa. Mollenhauer, Modell Firebird – knallrot lackiert mit gelben Flammen. Die fröhliche Optik zaubert jedem erstmal ein Lächeln ins Gesicht. Der coole Alu – Kasten wird durchwegs sehr positiv bewertet – das tut unserem Blockflötisten – Selbstbewusstsein gut, und der Flöte auch!
Ein erstes Probegreifen gelingt, ja, funktioniert und klingt auch ganz gut. Zusätzliche hohe Töne und auch ein tiefes E sind möglich. Die platte, breite Form könnte auch Vorteile bringen, wir werden sehen…

Elody Foto Anne Pape

Elody im Garten

Die ELODY ist eine in höchster Höhe und satter Tiefe super gut funktionierende Alt-Blockflöte vom modernen Typ der „harmonischen Blockflöten“. Diese Bauweise entwickelte der Blockflötist Nik Tarasov bereits in den 90ger Jahren . Harmonische Blockflöten überblasen von ihren Basistönen in harmonische Obertöne und ermöglichen durch andere Bauweise und ein Klappensystem zusätzliche Töne in der Höhe und der Tiefe. Sie sind etwas größer, lauter und brauchen mehr Luft als die barocken Modelle. Die ELODY  überrascht nun mit völlig neuer fischähnlicher Form und poppiger Lackierung, ganz nach Wahl in verschiedenen heißen Designs. Sie greift sich perfekt und wird durch spezielles Blockmaterial nicht heiser.  Der Klang des hochwertigen Instruments ist auch unplugged absolut  ok – man muss ja nicht gerade französische Barockmusik auf ihr spielen…
Der coole Alukasten begeistert – das Äußere der Flöte selbst wird zumindest diskutiert. Die meisten jüngeren Spieler/innen in meinem Umfeld wünschten sich die Elody  „ohne Bilder drauf“, am liebsten schwarz, Lack, goldene Klappen. Das Instrument lässt sich mit eingebautem Tonabnehmer seitlich im Kopf und mitgeliefertem Kabel unkompliziert an jeden (Gitarren-)Verstärker anschließen. Somit hat man eine beliebig laute Blockflöte, die sogar im Freien in Rock- Bands spielen kann, Stadien beschallen und …? Im Kasten findet sich eine CD, auf der  Nik Tarasov selbst in verschiedenen Bandbesetzungen von Swing über Balladen bis Irish zu hören ist.

Heiß diskutiert wurde, ob man das braucht, und wer das braucht – und wozu das taugt? Eine tolle Möglichkeit haben wir gefunden: Improvisationen auf der ELODY mit Live – Elektronik!

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Stefan Poetzsch, international agierender Komponist, Geiger und Live – Elektroniker lud mich in sein Studio ein und schrieb dann folgenden Bericht:
 „In zwei Stunden kreativer Zusammenarbeit  hatten wir etliche Improvisationen im Kasten, die Lust auf mehr machten. Verfahrensweise bei den Aufnahmen: Anne hat ausschließlich gespielt, ich habe die Elektronik bedient. Im Dialog oder flankierend  zu ihren Klängen habe ich Effekte dazu gegeben, diese teilweise auch überblendet (z.B. zwischen Harmonizer und Chorus fast unmerklich gewechselt oder auch die Halbtöne des Harmonizers während des Spiels verändert etc.). Im Nachhinein haben wir an unseren Aufnahmen  keinerlei Veränderungen vorgenommen, diese und weitere Klangmöglichkeiten sind  also wirklich live möglich!
Das Entscheidende bei Klangmanipulationen dieser Art ist, dass der  Spieler Ideen dazu entwickelt, wie er mit der Elektronik tatsächlich in einen Dialog treten und eine Dramaturgie entwickeln kannDurch den regelmäßigen Umgang mit Liveelektronik  kann  man dies genauso lernen, wie das Instrument selbst.  Bei der Nutzung vom Delay ist ein gutes Timing – Gefühl gefordert, da die Maschine das Metrum und die darüber gelegten Rhythmen unnachgiebig durchhält. Der Gesamtklang wurde dann über eine Hifi – Anlage wiedergegeben. Hierbei gab es in keinem Frequenzbereich Probleme!
4-013Für unseren Test nutzten wir alte, aber schöne Geräte:
– Ein Mischpult
– Yamaha SPX 90 II: Stereodelay in verschiedenen Varianten, verschiedenen Längen bis max 2 Sek. und variierenden feedbacks (ca. 10 – 60%), Harmonizer (alle Halbtöne probiert, eine Oktave aufwärts/abwärts mit und ohne Stereodelay), verschiedene Hallqualitäten von ca. 1,5 – 80%
– ZOOM 507 (Bodengerät): Chorus und kurzes Delay,  sowie Hall.“  Stefan Poetzsch, Juli 2014

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Frei wie ein Adler

23.02.2014, Salonkonzert im MusiCeum – Bühne frei für erwachsene „Schüler“ .
Auf dem Programm zwischen Beiträgen verschiedenster Instrumente eine Flötensonate mit obligatem Cembalo von Ph. E. Bach. Natürlich war die Aufführung  in konventioneller barocker Spielweise und Besetzung geplant. Allerdings sollte meine neu erworbene Eagleflöte („Adlerflöte“, eine moderne harmonische Blockflöte,  klangschön, mit E-Klappe und auffallend laut – gerade entwickelt von Adriana Breukink, Holland) doch wenigstens mal ausprobiert werden.

DSCN8080 - Kopie

Anne M., Adlerflöte, Marianne B. am Flügel

Da der Eagle-Recorder wesentlich mehr Luft braucht und auch die riesigen Löcher bei virtuosem Tempo sehr gewöhnungsbedürftig sind, brauchte es erstmal Arbeit.

Ergebnis: uns blieben staunend die Münder offen!  Zu hören, wie der sehr wohl noch blockflötige, aber viel vollere, laute und runde Klang des imposanten Instruments souverän mit dem geöffneten (!) Konzertflügel verschmolz, war so überzeugend, dass die beiden beschlossen, die Sonate in dieser Instrumentierung vorzuspielen.
Mir scheint, hier tun sich neue Dinge auf…